An dieser Stelle
möchten wir Neulingen im Trabrennsport die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge
erklären. Organisationen Zentrale
Organisation für den Trabrennsport in Deutschland ist der Hauptverband für
Traberzucht und -Rennen e.V. (HVT) in Kaarst. Dort wird der gesamte deutsche Trabrennsport
verwaltet, der Verband ist für Zucht und Rennen, Lizenzen etc. verantwortlich.
Die regionalen Aufsichtsorganisationen wie OBT (Berlin) CTB (Bayern) und ZVT (Norden
und Westen) wurden 2004 aufgelöst und die Aufgaben vom HVT übernommen.
Die Besitzer, Trainer und Fahrer sind in unterschiedlichen Vereinen organisiert
und nehmen so aktiv an der Gestaltung des Rennsports in Deutschland teil. Die
Rennen werden auf den Bahnen von Rennvereinen veranstaltet, in denen jeder am
Rennsport Beteiligte Mitglied werden kann. Rennbahnen Trabrennen
werden in ganz Deutschland das ganze Jahr über durchgeführt. In Hamburg
auf den Bahnen in Hamburg-Bahrenfeld (Donnerstag und Sonntag) und Elmshorn (Samstag),
in Berlin in Mariendorf (Sonntag) und Karlshorst (Dienstag/Freitag), im Westen
in Gelsenkirchen (Donnerstag und Sonntag), Recklinghausen (Freitag), Dinslaken
(Montag) und Mönchengladbach (Dienstag) und in Bayern auf den Bahnen in München-Daglfing
(Freitag/Sonntag), Pfaffenhofen (Samstag), Straubing (Montag), Pfarrkirchen und
Mühldorf. Die genannten Termine stellen lediglich eine Auswahl dar. Darüber
hinaus gibt es weitere, vor allem ländliche Bahnen, die im Sommer Meetings
oder einzelne Renntage veranstalten und oft mehr Volksfestcharakter versprühen
als "reine" Rennveranstaltung. Rennen und Rennarten Die
Basis des Sports stellen die "normalen" Rennen dar. Diese sind zur Zeit
mit Dotationen zwischen 500 und 2000 Euro ausgestattet und werden fast allabendlich
ausgetragen. Knapp ein dutzend Rennen werden pro Bahn am Abend veranstaltet. Die
Distanz beträgt meist 1900 bis 2100 Meter, aber es gibt auch Rennen über
die Meile (1609 Meter) bis zur Steherstrecke von 2600 Meter - und je nach Bahnlänge
entsprechende Distanzen dazwischen.
Diese normalen Rennen richten sich an
Pferde unterschiedlicher Gewinnsummenklassen, damit ein junges Pferd im ersten
Rennen nicht gleich gegen ein Pferd antreten muss, das bereits mehrere hunderttausend
Euro ertrabt hat. Ferner gibt es Unterteilungen nach offenen Rennen, Nachwuchsfahren,
Amateurfahren und Gästefahren. Nachwuchsfahren
sind Auszubildenden zum Pferdewirt im Bereich Trabrennsport sowie Fahrern, die
erst wenige Siege erzielt haben, vorbehalten. In Amateurfahren
können Hobbyfahrer aktiv werden, dazu ist ein Lehrgang und eine Prüfung
nötig. In Besitzerfahren dürfen nur Amateure mit ihren
eigenen Pferden starten. In Gästefahren können Fahrer
ohne Lizenz an Rennen ohne Geldpreis teilnehmen. Oft steigen hierbei Prominente
in den Sulky. Neben den normalen Rennen gibt es seit 2004 Late Closer,
Rennen für die mehrere Einsätze (Startgeld) fällig werden und die
höher dotiert sind. Für Zucht-, Gruppe- und Standardrennen
muss meist schon im Frühjahr genannt und dann mehrere Einsätze bezahlt
werden. Dort sind die Dotationen auch deutlich höher. Zuchtrennen
richten sich immer nur an Pferde eines Jahrgangs und sind mit 30.000 Euro dotiert.
Ab einer Dotation von 50.000 Euro heißen sie Klassische Zuchtrennen.
Das wichtigste Zuchtrennen ist das Deutsche Traberderby, das jeden ersten Sonntag
im August in Berlin-Mariendorf stattfindet und sich an dreijährige Traber
richtet. Grupperennen
werden für ältere Pferde ausgeschrieben und sind teilweise auch für
ausländische Pferde offen (Europagrupperennen). Auch diese Renne sind mit
mindestens 30.000 Euro dotiert, die Hälfte davon steht dem Sieger zu.
Standardrennen
stehen eine Stufe unter den Zucht- und Grupperennen und sind oft nur für
Pferde einer bestimmten Gewinnsummenklasse ausgeschrieben. Hier lässt sich
auch für Pferde des Alltagssports, die nicht die Klasse für Zuchtrennen
besitzen, gutes Geld verdienen. Die Breeders Crown ist
eine Rennserie, für die schon vor Geburt des Pferdes die Grundlage gelegt
wird. Der Deckhengst muss für die BC angemeldet sein, das Fohlen dann schon
vor seinem ersten Rennen genannt und jedes Jahr ein weiterer Einsatz bezahlt werden.
Zwei- bis siebenjährige Pferde können in den Breeders Crown-Rennen antreten,
die jedes Jahr ausgetragen werden. Im Juni 2005 findet sie in Berlin statt für
die vier- bzw. fünf- bis siebenjährigen, im September in München
für die zwei- und dreijährigen Pferde. Die Dotation übersteigt
Zuchtrennniveau. Autostart und Bänderstart Rennen
können auf zwei verschiedene Arten gestartet werden, per Autostart oder Bänderstart.
Beim Autostart starten die Pferde aufgereiht hinter den Flügeln
des Startwagens, der ander Startstelle beschleunigt und das Feld auf die Reise
schickt. Alle Pferde starten dabei von der gleichen Marke, es ist die meistverbreitete
Startart in Deutschland. Beim Bänderstart fahren die
Pferde von einer Innenbahn auf das Hauptgeläuf, drehen in Rennrichtung und
starten fast aus dem Stand. Dabei ist ein Handicap möglich, so dass die ersten
Pferde beispielsweise von 2000 Meter, die folgenden von 2025 und die letzten von
2050 Metern das Rennen aufnehmen. So werden die Rennen spannender, weil bessere
Pferde den schwächeren einen Vorteil geben müssen.
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